neue [bewusstseins-] form: freisein

das werk Neue Form © P. Hauf 2007-2017

Immanente Ausnahme II ("Die Selbstentstehung des Seins aus Nichthaftigkeit und Offenheit") Vinylskizze, 1990 P. Hauf; ("Vielleicht ist dies die höchste Geste der Philosophie: nicht so sehr DIE Immanenzebene denken, sondern zeigen, dass sie da ist, ungedacht in jeder Ebene. Sie auf eine Weise denken, als das Aussen und Innen des Denkens, das nicht-äussere Aussen oder nicht-innere Innen" [Deleuze/Guattari, S. 69]) | Vgl.: Immanente Ausnahme I (free sun®-Serie: Prozess der immanenten Ausnahme [tantrayana]) Die gegenstandslose Sonne | Immanente Ausnahme IB (acht tafeln) | Immanente Ausnahme III >>Lógos = Alógos / katéchõn = ánomos<< (Vorder- und Rückseite) | Immanente Ausnahme IV (sunyata) | Immanente Ausnahme VIII (A Going Towards Freedom) | Immanente Ausnahme X (simile) | Immanente Ausnahme XIa (nómos I) | Immanente Ausnahme XIb (nómos II) | Immanente Ausnahme (nómos III) | Immanente Ausnahme XV (Neue Form) | Immanente Ausnahme XVII (P. Hauf stationary logo: r-g-b- plus) | Immanente Ausnahme XX (the end of time) || Immanente Ausnahme 0.I (fülle und leere) | Immanente Ausnahme 0.IV (giaconda)

die kunstfahne Neue Form

die lösung

Wo ist die Lösung der Aporie von Freiheit und Sicherheit, oder, wie Agamben (ders. 2, S. 21) mit Aristoteles fragt, derjenigen des 'schönen Tag(es)' (...) des einfachen Lebens (gegenüber) den 'Beschwerlichkeiten' des politischen bíos"? Wohin soll uns die Zwiesprache mit den Werken führen? Was ist der Wille aller Kultur? Welche Position lohnt es, zu beziehen, da es um Wandel geht? Wann fängt die neue Epoche an? Wer oder was öffnet das Gesetz zum allgemeinen Gebrauch? Wie die Potenz des Denkens des Denkens (des Seins) als reine Potenz erleben, wenn es sich so damit verhält, wie Agamben sagt, und reine Potenz und reiner Akt nicht auseinanderzuhalten sind?

Es gibt keinen "Schöpfergott" und keine "Große Göttin", keine "Urmutter" und keinen "Gott Vater" als solche ("Gott existiert nicht als eine abgetrennte dualistische Entität", mit den Worten von Andrew Cohen). Das Geheimnis, das nicht allein gedacht, sondern nur durch das Erleben der Dimension des Denken des Denkens (des Seins) — oder auch: Denken und Dichten — erkannt werden kann, "ist nicht etwas, das durch die Vorstellung entwickelt zu werden vermag" (Klong-chen rab-'bymas-pa).

kunsttheorie

Aufgrund der sattsam bekannten desolaten Lage der Kunsttheorie — und des kriminellen Marktes — wurde das Werk Neue Form zweifach gesichert veröffentlicht:

Nämlich als per Imprimatur mit Namen des Urhebers sowie Titel des Werkes signiertes, multiples (d. h. als industriell vervielfältigbares Dokument angelegtes) Kunstwerk (1), das von seinem Schöpfer selbst "vermarktet", also (in diesem Fall auf einer eigens dafür eingerichteten Website mit dem Namen des Werkes) als eine Ware (2) angeboten wird.

Die Räuber gehen gewaltsam über beide Schwellen hinweg:

1   Sie "wollen die Frage nach dem Urheberrecht nicht vertiefen" (das heisst auf deutsch: Weise uns den urheberrechtlichen Schutz deines Werkes nach — und stellt die Umdrehung der Beweislast in diesem Fall dar), leugnen (lächerlicherweise) gleichzeitig, dass ihnen das von ihnen plagiierte Werk bekannt war (während sie es — aufgrund einer profunden Expertise hochkarätiger Experten und Fachjuristen — gerade deshalb, weil das Urteil hier die eindeutige und unbestreitbare urheberrechtliche Relevanz erkannte, in einer aufwändigen Intrige unter ihrem falschen Namen einzuführen versuchen, die eine — leider aufgeflogene — Urheberrechtswäsche darstellt), fahren (ebenfalls gleichzeitig) eine falsche Zeugin auf, der angeblich das nachträgliche Einverständnis zum Plagiieren vonseiten des überfahrenen — und sich dennoch beschwerenden — Urhebers erteilt worden sei, etc. etc.

2   Dem Tatbestand des eklatanten, strafrechtlich ebenfalls eindeutig relevanten Wettbewerbsbetrugs seitens der die Originaldatei in illegitimer Nutzung unterschlagenden Fahnenfabrik begegnet man wiederum bandenmäßig durch aufwendig konzertiertes Verhehlen, sowie dem Verstecken dieses Verbrechens hinter dem mächtigen Apparat des DFB.

Freilich ist dieser Krimi insgesamt, wie auch in all seinen Details noch einmal, ein Wettbewerbsbetrug nach dem anderen: In politischer, kreativer und kommerzieller, sogar in juristischer, philosophischer und — last but not least — ontologischer Hinsicht.

Bei so viel Schäbigkeit braucht es gar keine Kunsttheorie mehr.

So sterben nämlich die letzten Künstler, die etwas derart Begehrenswertes machen, garantiert auch noch aus.