neue form

die vektorfahne © p. hauf 2007-2010

»wahrhaft politisch ist ...

... nur solches Handeln, das den Bezug zwischen Gewalt und Recht rückgängig macht ..." (Giorgio Agamben 7, S. 104)

Das ist die kulturkreativ- politische Identität der Fahne Neue Form, die die Offenheit ausstellt, die die Gemeinsamkeit der Kulturkreativen ist: Die Freiheit.

Es leuchtet von daher ein, dass sie von jener Übermacht der Repression und der Alten Ordnung, zusammen mit der ureigenen Identität des Entwerfers (so ist das in so einem Fall), entrissen werden soll bzw. entrissen wurde.

Sie muss aus dem Maul des gewalttätigen Drachen zurück geholt werden.

 

gegensatz: die alte ordnung

Das Regime der Verbrecher

Der allesregulierende, aber ja gerade vollkommen fiktive, nichtsdestoweniger allmächtige und gnadenlose Maßstab der 'Alten Ordnung', d. h. das spezifische, ihr als das einzige Prinzip zugrunde liegende, auf alles weitere "wie von selbst" (d.h. eben: mit Gewalt) reagierende Führerprinzip, das, was Deutschland im Detail anbelangt, durch den faschistischen Michael-Mythos im politisch-juridischen Bereich aufgerichtet und mit dessen Bannmacht unterfüttert ist, also die allesbestimmende, mythisch-rechtliche Maßgabe der souveränen, nach der politischen Lehre der Alten Ordnung ausschließlich einem politisch-theologisch legitimierten Souverän in persona zugetraute nationale Entscheidung ... kann die neue Fahne aus ihrer rigiden Rücksichtslosigkeit und Unzeitgemäßheit heraus nur verurteilen, bzw. verraten, instrumentalisieren, vernutzen und zur Täuschung einsetzen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es die verräterische sächsische Fahnenfabrik, der ich irrtümlich den Druck meiner Originale anvertraut hatte, mit einer Alarmmeldung auf der Basis der bei der CDU so beliebten Carl Schmittschen Denke unternommen hat, sich mit meiner Schöpfung wichtig zu machen und diese an ihre Zerstörer zu verhökern (wobei sie freilich die Datei nicht herausrückte und die Millionenauflagen für DFB und Bitburger schön ganz alleine druckte): "Die spezifisch politische Unterscheidung, auf welche sich die politischen handlungen und Motive zurückführen lassen, ist die Unterscheidung von Freund und Feind. Sie gibt eine Bestimmung im Sinne eines Kriteriums, nicht als erschöpfende Definition oder Inhaltsangabe." (Schmitt 4, S. 26) — Allein der Begriff Neue Form muss bei der CDU eine Panikreaktion auslösen, die sie freilich zu allem möglichen ermächtigt, ganz als wären wir hier jetzt in der DDR und die SED würde uns terrorisieren.

Dass die Neue Form in ihrem Ausgangspunkt wie auch dementsprechend in der von ihr angezeigten Orientierung reiner Ausdruck der Überwindung (aber, wie gezeigt, durch Erfüllung, nicht durch Feindschaft) dieser Alten Ordnung ist, kann leicht vom Machtapparat der Exekutive ausgeschaltet werden — wenn sie sie erst einmal hat. Nur aufgrund vehementen Widerstands ist ihr das noch immer nicht ganz geglückt.

Die autoritäre Intoleranz — Kennzeichen der religiösen Rechten — braucht sie, um ihren alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen, das heisst, ihn aufzudrängen, ihn alternativlos zu verordnen, um die Original-Identität, die neuartige Bestimmung, also den neuen Inhalt, damit auszuschalten.

In Wirklichkeit ist die Alte Ordnung bereits mausetot; sie kann nur noch durch schieren Vampirismus überleben, wie er — final — am 11. September 2001 eingeläutet und über den mit geschätzten 10 Tonnen US-amerikanischem Militärsprengstoff angereicherten Staub der drei World-Trade-Center-Gebäude über die Erde verteilt wurde. Was sich nun noch regt, wird, auch in Deutschland, in der Manier, die hierzulande eben von Zwanziger und seinen Konsorten so kunstlos wie grausam vorexerziert wird, im Namen des Weiss-der-Kuckuck annektiert und rücksichtslos ausgebeutet.

 

die falsche neue identität

Ich bezweifle, dass es irgendjemandem entgangen sein könnte, wie es sich wirklich mit den Anschlägen vom 11. September 2001 verhielt.

Angesichts des Zusammensackens oder in-die-Luft-fliegens — wie man möchte — der alten, zumindest freiheitlich verbrämten Identität der USA und der darauf folgenden Vergewaltigung auch des eigenen Landes mit einer Neuen, d. h. neuen Alten Ordnung, d. h. mit einer durch jenes Ereignis in ihrem Image erneuerten und also weiter als prophetisch für maßgeblich gesetzten Bibel (es hatte nämlich schon zwei Jahre vorher flächendeckend in den USA geheissen, man könne es "zweifelsfrei" aus der Bibel destillieren, dass die Welt am 11. September 1999 unterginge, also steht tatsächlich die Wahrheit in diesem Buch — denn sich bei der Jahreszahl ein wenig vertan zu haben, ist für Gott doch eine mehr als lässliche Sünde, ja, macht sie ihn nicht nachgerade menschlich?) sowie der damit neu durchgesetzten Autorität ihres Wortes und einem ebenso gesetzlosen Patriotismus nimmt es kaum wunder, dass sich Deutschland bei so viel freundschaftlichem Vorbild in Sachen Nationalismus nicht lange lumpen lässt. Sind wir nicht seit der Befreiung von Hitler & Co. Freunde und Verbündete gewesen, und weshalb sollten wir Grund haben, jetzt irgend etwas anders zu sehen, bloß weil die alte Identität der USA in den etwas stark mit US-amerikanischem Militärsprengstoff angereicherten Staub dreier World-Trade-Center-Gebäude zerfällt ... um nichts anderes als diese alte Identität, freilich in voller Kriegsmontur und abmarschbereit, wie Phönix aus der Asche daraus wieder emporsteigen zu lassen?

Das müssen wir doch nachmachen, sobald sich Gelegenheit dazu ergibt! Das geht auch mit einer neuen Fahne, die man zuerst verbrennt und dann als sportliches Wettkampffähnchen auf dem germanischen Götterolymp wieder neu vorlegt.

Allein, die Kommunikation ist heute etwas schneller, als sich die Wahrheit verbergen oder verbiegen lässt. Daher wollen Schäuble und Co. ja die absolute Kommunikationsherrschaft (— und sie bestätigen das mit der Verkündung ihres entsprechenden Credo). Doch ist es noch nicht so weit.

Ein ziemlich großer Prozentsatz der Europäer hat jenes weltverändernde Ereignis wohl als die Aufkündigung der Grundlagen zu einer auch nur noch irgendwie passablen Freundschaft verstehen müssen, da muss man kein Extremist sein. Oder sind jetzt alle Extremisten, deren Sinne noch intakt sind, oder einfach ... gleich alle, die nicht verstehen können oder wollen, dass es sich um "Massenvernichtungswaffen" handelt, wenn ein Saddam Hussein die Ölwaffe in die Hand zu nehmen droht? Das betrifft doch alle Industrienationen, da sitzen wir doch alle in ein- und demselben anachronistischen Boot? Und Anachronismus ist schließlich gottgegeben, da lässt sich ja angeblich nichts machen.

Insofern handelte es sich dabei auch um den größten anzunehmenden Unfall der jüngeren Geschichte Europas (wenn es gestattet ist, einmal an dem ausser durch wirtschaftlich-geopolitische Interessen ungerechtfertigten Leid, das in der Folge über die Welt und insbesondere einige Länder gebracht wurde, vorbeizusehen).

Das überlebte Gottesbild des Papstes wird unter dem frenetischen, von den meisten anderen Medien nachgemachten Applaus des deutschen Leitmediums BILD-Zeitung und der konspirativen Deckung der CDU unter die Leute gebracht wie die neueste Heilsbotschaft, während in Erfurt ein "Jesus - der bessere Kaiser" mit den Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus der Retorte gehoben wird. Ein Innenminister Schäuble spinnt laut etwas von einem neuen "europäischen Präsidenten" (was direkt gleichbedeutend mit der conditio sine qua non einer "christlichen" Führerfigur sein dürfte, für die dieser Posten reserviert ist — wobei den Rest sicherlich die Propaganda schafft, wenn sie weiter so zuverlässig kriminell arbeitet wie bisher), und sein Fußballpräsident spielt derweil Feigenblättchen und Handaufhalter beim Raub einer möglicherweise — so oder so — epochemachenden Innovation auf dem Gebiet der visuellen Kommunikation aus den Händen ihres Urhebers, um sie in einem Intrigenspektakel katholisch einzugemeinden und ... neu als Bestätigung der Alten Ordnung, der Hierarchie des Führerprinzips im "'Ausnahmezustand', der zur Regel geworden ist", des auf die uralte Mär vom dualistisch abgetrennt existierenden Gott — bei dem es vollkommen egal ist, ob er nun positiv oder negativ, als Sonne oder als das Licht in einer dunklen Lampe definiert ist — abgestützten und bezogenen, pyramidenförmig organisierbaren und organisierten Repräsentativsystem des Geistes wieder vorzulegen, bei dem nun jene "rund 30 Prozent aus der Mitte der europäischen Bevölkerung, die schon vor 3 Jahren nicht mehr bereit waren, traditionelle und modernistische Gesellschaftskonzepte bedingungslos mitzutragen (Siehe oben, rechte Spalte)" — aus denen bei genauerem und dann ganz genauem Hinsehen, wie jener Artikel nicht verschweigt, zum Schluß in Deutschland eine "'Core Group' genannte Untermenge der Kulturkreativen" resultiert, die "gegenwärtig [auf 2007 bezogen] rund 20.000 Personen umfasst" — absolut keine Rolle mehr spielen DÜRFEN ...

Leider handelt es sich ausgerechnet bei diesem Personenkreis um die Besten, um die wahren Sieger, um das Ferment der Zukunft; um die Ausnahmen von der Regel, ohne die die Regel keine Bestätigung mehr findet, um die Erringer und Träger einer Botschaft, in der der einzige Sieg zu sehen ist, der wirklich Sinn macht: Der spirituelle, kulturelle Sieg ... über den Irrtum und damit auch über sich selbst; das Selbst, gerade über das monotheistische Postulat herangezüchtet und zum Sieg der Gewalt instrumentalisiert, existiert nirgendwo als eine ungeteilte Entität.

 

identität: staatlich und nicht-staatlich

Eine konkrete Kunst befindet sich, wie sich übrigens durch die hier geschilderten Ereignisse auch einwandfrei erwies, nicht auf dem Felde der Beliebigkeiten, sondern auf dem Gebiet des Universalienrealismus. (Zur Weiterentwicklung der Konkreten Kunst im Kreativen (oder Post-)Dekonstruktivismus siehe: open mind)

In aller Bescheidenheit muss hier doch einmal betont werden, dass die Gestaltung Schwarz-rot-gold-konkret etwas von einer Jahrhundert-, wenn nicht Jahrtausendbedeutung hat, was der visuellen Überwindung und Deaktivierung der mit allen Mitteln verhohlenen, nichtsdestoweniger in der alten Gesellschaft allein wirkmächtigen souveränen Bannbeziehung des permanenten 'Ausnahmezustands', sowie der Aufhebung der zahlreichen, in der deutschen Fahne zementierten Mythologeme durch ihre Realisierung und damit ihre Erfüllung — von der unheiligen Michaelsdogmatik bis zur Prophetie des Kat-echon (also gerade der Bestimmung des christlichen Kaisertums der germanischen Könige) von der Deaktivierung bis zur Erfüllung und Realisierung des Gesetzes, vom Begreifen des Geheimnisses der Anomie bis zur Bewahrung und Vollendung der Potenz in ihrer Überwindung (s. u.), d.h. der Bezugnahme auf die Dimension des Denkens des Denkens — zu verdanken sein dürfte. Sie ist durch ihre Öffnung zum Offenen bestimmt, und nur dort, durch das Hereinnehmen dieser bislang auf das Vehementeste von den Mächten des Todes abgestrittenen Vitalität, kann die Zukunft liegen, die diesen Namen verdient: In der bildhaften Darstellung einer Dialektik im Stillstand (Benjamin) wird zuletzt auch die Potenz selbst, hin zu einer reinen, unausdenklichen Potenz, überstiegen, und der dadurch frei werdende Überschuss stellt sich als Gnade heraus.

Dieser Überschuss, nicht gerade wenig, wird, wie wir gesehen haben, von den Gnadenlosen sofort und zwanghaft, zusammen mit der gesamten Gestaltung — und der Identität, die sie liefert — so unerbittlich zwangsweise wie raffiniert verschleiert einkassiert. Und dadurch der Gesellschaft gestohlen, um sie dennoch damit, das heisst mit einer auf das Gründlichste entleerten und verbogenen Hülse, zu betrügen.

So gesehen heisst Fußball ist Zukunft nichts anderes, als dass Fußball das bandenmäßige Erschießen des Gegners ist. Oder man wird eben selbst erschossen. Eine wirklich atemberaubende Botschaft, auch wenn sie nicht gerade als neu bezeichnet werden kann. Das ist die Bedeutung des Fußball für Wirtschaft und Politik, so wie diese heute im weitesten Sinne von den Affen und Papageien verstanden werden. Fußball lässt sich nicht als gesellschaftliches Vorbild ins Atom- und Raumzeitalter transferieren, genausowenig wie das alte Deutschland. Seine Funktionäre, allen voran ihr Präsident Dr. Theo Zwanziger (CDU), aber auch der Aufsichtsführende, Dr. Wolfgang Schäuble (CDU), sowie alle in diesen Kunstraub Involvierten und auch all jene, die an derlei "Wirtschaften" mit ihrer Sympathie partizipieren, enthüllen die grundsätzliche Korruption ihres Geistes, ihrer Gesinnung, da sie einen Glauben nur vorspiegeln, um ihn zur Rechtfertigung ihrer permanenten Ablehnung (die im Falle der Echtheit eine Überschreitung ist) jeder Pflicht zur Gegenleistung zu missbrauchen, die als Forderung auf sie trifft.

Da ihr Ziel in nichts anderem als der Wiedereinführung eines absolutistisch regierten Korporatismus besteht (wie er bekanntlich bei Hitler unter Aufhebung sämtlicher individueller Freiheitsrechte bereits einmal zum Preis eines Massenmordes durchgeknüppelt wurde), der die von ihnen in ihrer so selbstgefälligen wie unmenschlichen Dauerignoranz verursachten Probleme auffangen und beseitigen soll, glauben sie also in ihrem grässlichen Dünkel, wenn sie nur schnell, hart und massiert genug zuschlagen, eine in ihrem innovativen Kern auch das Offene umfassende visual identity zu "ihrer" neuen corporate identity ummünzen zu können — um damit den Berg, vor dem sie wie Ochsen stehen, zu versetzen. An genau das haben bislang alle deutschen Führungsfiguren stets bis zum bitteren Ende geglaubt.

Der hier herrschende Kopfrahmen taugt nicht für die Relativität, also nicht einmal zur Gegenwart. Er hat sich bereits in der Vergangenheit als nicht mehr tauglich erwiesen — eine Tatsache, die hierzulande offenbar wieder einmal die Wenigeren wahr haben wollen (sicher nicht zuletzt dank der unausgesetzten pädagogischen, oftmals sogar öffentlich werdenden päderastischen Bemühungen der unglaublich mächtigen Restauration). Der große Rest wird von einer aus kirchlichen und staatlichen, ungefragt aus den Mitteln einer von ihnen beschissenen Gesellschaft unterhaltenen Kräften alimentierten, völlig visions- wie verantwortungslosen Propaganda — wie der deutschen Fahnenbetrügerbande und Konsorten anno domini 2008ff — konsequent hinters Licht geführt.

Der hier festgestellte Befund weist nicht nur nach, dass es sich bei der Bild-Logik Neue Form/Schwarz-rot-gold-konkret um eine völlig neue, offene Identität handelt, sondern entsprechend, dass es sich bei jenen, die sie gegen alle Sitten und Gesetze unterschlagen haben, um Identitätsfrevler auf Fahnenebene handelt: Fahnenfrevler.

 

"Nichts", so sagte einst ein Mann aus Madagaskar, "fürchte ich mehr als eine falsche Fahne."

Damit stellt sich der Feind dort auf, wo er nichts verloren hat, aber am gefährlichsten ist; eine falsche Fahne ist so gesehen nichts anderes als sein Trojanisches Pferd.

In diesem Fall ist es also die Jetzt-Zeit, in der und durch die eine tatsächlich neue, zugleich deutsche und nicht-deutsche, das heisst auch die Freiheit an sich einbeziehende Identität aufgemacht wurde, die er, kaum seinem trojanischen Pferd entstiegen, tötet.

Ohne diese aber wird alles Nichts sein. Und noch dazu das falsche Nichts.