(a)-(d) die seltsame verwandlung der farbenfolge von gold-rot-schwarz (abb. 3, rechts) nach schwarz-rot-gold (abb. 4, rechts).

(a) Hambacher Fest 1832 (Zeitgenössische, historisch korrekte Darstellung); mit den damals streng verbotenen Farben gold-rot-schwarz.

(b) Berlin, 19. März 1848 (Zeitgenössische Darstellung); die Fahne dreht sich und wird 'grossdeutsch'/ katholisch: Die mit der Umsturzabsicht, die in Gold-Rot-Schwarz (hier am Boden liegend) zum Ausdruck kam (Vgl. Abb. a), herbeigesehnte Abkehr vom Feudalismus/Absolutismus ist — für alle Zeiten? — misslungen.

(c) Briefmarke "150 Jahre Hambacher Fest"; Westdeutschland, 1982.
Die Farbfolge ist 'unhistorisch' - vgl. Abb. a).

(d) Briefmarke "175 Jahre Hambacher Fest"; (Wiedervereinigtes) Deutschland, 2007.
Die Farbfolge ist 'unhistorisch' - vgl. Abb. a).
"deutsches rot" | geschichte_2 | rote enzyklopädie
Siehe auch: Das Geheimnis des Rot

nach den regeln der heraldik (bis 1806)
(1) Kaiserliches Reichspanier; bis 1806. Schwarz: die Farbe des Weltalls; Gelb: "als Grund ... den Sand" (wie es in dem Apokryph heisst).

(2) 'Blutbanner'; mittelalterlich (Nur zu bestimmten Anlässen gebräuchlich, dann jedoch immer zusammen mit (1). Das "deutsche Konkurrenzbanner" zur französischen Oriflamme (alte Schreibweise: Auriflamme).
Rot: Blut, Energie, "das nackte Leben". (Nach der katholischen Doktrin "die Farbe Michaels" - des "Patrons des 'Heiligen römischen Reiches deutscher Nation'", des 'Sacrum Imperium' des Mittelalters.)

nicht der heraldik gemäß (nach 1806)
(3) Gold-Rot-Schwarz; die Farbreihenfolge des "Hambacher Fests" (1832) - Die erste aus (1) und (2) zusammengesetzte Trikolore mit den 'deutschen Farben'. (Vgl. unten, Abb. a)

(4) Schwarz-rot-gold; 1849-50; 1919-33; 1949 Westdeutschland bis heute; bei der Wiedervereinigung des seit der Nachkriegszeit geteilten Deutschlands 1991 unverändert übernommen. 1848 die Fahne der siegreich aus dem Vormärz hervorgegangenen Partei (Vgl. unten; Abb. b).

4a) Hakenkreuzfahne der "NSDAP" und (ab 1935) des Dritten Reichs. Auf rotem Grund steht in weisser Scheibe ein schwarzes Hakenkreuz; angeblich von Hitler selbst 1919 entworfen (was schwer zu bezweifeln ist, da es sich dabei im streng formalen Sinn um eine grafisch einwandfreie Arbeit handelt, die kein Laie auf diesem Gebiet zustande bringt). Ab 1933 neben der — anstelle der Schwarz-Rot-Goldenen der Weimarer Republik wieder aufgenommenen — 'kaiserlichen' schwarz-weiß-roten, preussisch-deutschen Fahne offiziell gängig, ab 1935 offizielle Fahne des Hitler-Reiches. Sie steht hier als # 4a, weil sie vom Autor — entgegen der von Hitler in seinem Buch Mein Kampf gemachten, schwadronierenden Beteuerungen und seiner anderenorts geäusserten Distanzierungen zu Schwarz-Rot-Gold — als ein 'Blick durchs Mikroskop' auf das explizit "deutsche" Rot in Schwarz-Rot-Gold verstanden wird, wie es der zu dieser Zeit aufgekommenen "neuen Konzeption des Menschen" entsprochen haben dürfte. Das schwarze Hakenkreuz in weissem, von seiner Form her "Einheit" postulierenden Kreis ist als die totalitär (wie ein Buchstabe der Wissenschaft gleichsam als Symbol des "Subjekts der Wahrheit") besetzende, mythisch-mythologemische Geist-/Recht-Fusion, mithin als ein Michaels-Zeichen, aufzufassen. Das Entscheidende an dieser Fahne ist die im Sinne jener Neukonzeption ins Totalitäre potenzierende Besetzung des roten Fahnengrundes durch ein kreisförmiges, eine "Sonnen-Einheit" bedeutendes Siegel (Vgl. die farblich quasi spiegelverkehrt angelegte japanische Fahne) und die diese (grafisch gesehen 'negative') "Geste" ex positivo wiederholende, sie also hoheitlich-autoritär bestätigende oder beglaubigende "Bestimmungsbesatzung" durch eine weitere, alles unter dieser Fahne Befindliche mit der ihr (durch die michaelisierte, und dadurch quasi mit dem HERRN DER GEISTER in Zusammenhang gebrachten Nazi-Macht) verliehenen Deutungs- bzw. Missdeutungshoheit bzw. (letztlich, wie man weiß, anstelle der in diesem Regime nicht vorhandenen Verfassung an der Person des 'Führers' selbst festgemachten) Bestimmungsmacht kontrollierenden emblematischen imprese, symbolisiert eben durch das Hakenkreuz an dieser Stelle. So gesehen ein Nullsummenspiel, ein perfektes Zeichen für den unter dieser Fahne eingetretenen, sogenannten "unvollständigen" Nihilismus.

(5) Schwarz-rot-gold mit dem Emblem der DDR; "Deutsche Demokratische Republik". 1959-90.

6) Fahne der XX. Hauptabteilung der DDR (Staatssicherheit, "Stasi"); das Wappen auf rotem Grund zeigt ein mit einem Arm ins Bild gerecktes Gewehr, an dem eine rote Fahne befestigt ist, durch die die vom Staatsemblem der DDR dominierten schwarz-rot-goldenen Streifen laufen (Das freigestellte Wappen selbst war das Abzeichen der Stasi).
Der Vollständigkeit halber sei hier noch die restliche weitere, bei den Abbildungen fehlende deutsche Fahne erwähnt, die ebenfalls ein rotes Element aufwies:
Schwarz-Weiss-Rot: Die Fahne des Kaiserreichs 1871-1918;
"Schwarz, weiß und rot! um ein Panier / Vereinigt stehen Süd und Norden; / Du bist im ruhmgekrönten Morden / Das erste Land der Welt geworden: / Germania, mir graut vor dir!" (GEORG HERWEGH: Epilog zum Kriege; Februar 1871)
"Da regiert der Bürger in seiner übelsten Gestalt. Da regiert der Offizier alten Stils. Da regiert der Beamte des alten Regimes. Und wie sie regieren! Keine Erkenntnis hat sich da Bahn gebrochen. Kein Luftzug einer neuen Zeit weht da herein. Da ist alles noch beim alten ... da wehen noch die schwarz-weiß-roten Fahnen im Wind, da herrscht im Grunde noch Wilhelm der Zweite, und, wenn er einen gehabt hätte, sein Geist." (KURT TUCHOLSKY: In der Provinz, 1920)
Fahnen und Fußball

- Bundesarchiv_Bild_183_1990-1105-008, Dresden, Fußballfan mit Reichskriegsflagge. Fotograf: Matthias Hiekel, 4. November 1990
Quelle und Originaltext Wikipedia:
"Originalbeschreibung im Bundesarchiv:
Titel: Dresden, Fußballfan mit Reichskriegsflagge
Beschreibung: ADN-Mathias Hiekel-5.11.90 Dresden: Fußballspiel Dynamo Dresden - Hansa Rostock am 4.11.90. Die sogenannten Fans finden offensichtlich immer merkwürdigere Formen, um ihre Begeisterung für den Fußball zur Schau zu stellen. Diese Fahne z.B. dürfte wohl eher ein »Fall« für den Historiker sein. Die war aber kurz nach der Wiedervereinigung noch öffentlich nicht verboten."
DFB-"Reichskriegsflagge"?

- Eine auf Unterschlagung und plagiatorischer Entstellung beruhende "DFB-Deutschland-Fußballkriegsfahne", EM 2008f.
Dass der DFB mit einer (allerdings depravierten) Darstellung des Bundesadlers in der unerlaubterweise aus der unterschlagenen Originaldatei Neue Form gezogenen "DFB-Deutschlandfahne" aufwartet, widerspricht der Vermutung nicht, dass mit der Entwendung des Werkes Neue Form — das ausdrücklich einer friedlichen und nicht-militaristischen Entwicklung geweiht ist — eine neuartige militaristische Schiene befördert werden soll, wie sie in das von der Bevölkerung und deren Willen abgenabelte politische Konzept der CDU passt.
Leider erscheint ein solcher Gedanke wegen des offenbar gewordenen, perfiden Schiebercharakters der an dieser Fahnenintrige beteiligten Schmierencharaktere von nicht allzu weit hergeholt.