neue [bewusstseins-] form: freisein

das werk Neue Form © P. Hauf 2007-2017

erstes briefing | 18. [28.] 06. 2006

Herrn Bundespräsident Horst Köhler c/o Bundespräsidialamt | 11010 Berlin | 28. Juni 2006

[Briefing Schwarz-rot-gold in neuer Form]

 Integrierte Streifen, nachhaltig gestaltet 

Ein Projekt mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

 Die deutsche Fahne, die ja derzeit anläßlich der Fußball-WM so zahlreich und mannigfach wie nie zuvor in vito erlebt und studiert werden kann, macht sich in ihrer alten Art nicht mehr recht gut.

 a)   Sie hat zwar die Wende von ‘89 überdauert, schleppt jedoch, wird man sich erst einmal etwas bewußt darüber, exakt seit jenen Tagen auch eine bestimmte Hypothek mit sich: die Wiedervereinigung war und ist zwar ein gigantisches Projekt - vielleicht eines der größten friedlichen in der Geschichte der Menschheit, einmal so gesehen -, dieses Projekt hat jedoch bisher keinerlei Niederschlag in der offiziellen Ikonografie gefunden, von der Tatsache einmal abgesehen, daß die Elemente der DDR, Hammer und Zirkel vor schwarz-rot-goldenem Hintergrund, abgezogen worden sind (interessante Beobachtung am Rande: aus Sicht der ostdeutschen Bevölkerung wurde auf einer Top- Identifikations- Ebene ”nur etwas weggenommen”).

b)   Auch dürfte dem heutigen Staatsbürger (vereinfachend für -bürgerin und -bürger) im Allgemeinen die heutige schwarz- rot- goldene Einigkeit- und- Recht- und- Freiheit zurecht als überkommen erscheinen: drei starre Farbbalken sind nachgerade ein Sinnbild für starre Statik — während aber die Zeiten in jeder Hinsicht, und damit der Alltag, doch längst in eine nie dagewesene Dynamik eingetreten sind, die, sollten wir uns da nicht irren, im Großen und Ganzen gar nicht unerwünscht ist und — heute als solche den großen Bezugsmittelpunkt, die große Bezugsquelle und den großen Maßstab an sich ausmacht. Nationaler Starrsinn, so könnte man zuspitzen, war wirklich gestern, heute läßt sich tatsächlich ein mehrheitlicher Hang zur — wenn auch gewiss eigenen — Weltoffenheit feststellen.

c)   So wird es Zeit, einen Blick auf und in die Zukunft zu werfen. Ein kleiner Schritt von jenen statischen Balken hin zu diesen dynamischen, wenngleich in ein Bild der Nachhaltigkeit gebrachten Verläufen (s. Visual ‘Die Neue’) ist ein großer Schritt hin zu einem offeneren Welthorizont.

Peter Hauf, Hepberg, und Ulrich Schweiger, Gauting

c/o taskstudio Peter Hauf, Hepberg

18. Juni 2006